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Neujahrsempfang der Stadt Glauchau 2014: Nico Tippelt spricht für Stadtrat

(10.01.2014) Rede mit Rückblick auf Erreichtes und Ausblick auf neue Herausforderungen

Glauchau. Mit ihrem Neujahrsempfang ist die Stadt Glauchau offiziell in das Jahr 2014 gestartet. Bei der Veranstaltung am Freitag blickten Redner auf die Ereignisse von 2013 zurück und wagten gleichzeitig einen Blick auf die kommenden zwölf Monate. Als Vorsitzender der FDP-Fraktion sprach Nico Tippelt in diesem Jahr stellvertretend für den Glauchauer Stadtrat. In seiner Rede hob er die Dinge hervor, die in der Stadt bereits vorangebracht wurden, mahnte gleichzeitig noch Potenzial für Verbesserungen an. Hier die Rede im Wortlaut lesen!

"Guten Abend, liebe Gäste, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, ich möchte mich gern Ihrer freundlichen Begrüßung anschließen - und sie natürlich alle, liebe Bürgerinnen und Bürger, auf das Herzlichste begrüßen.

Haben Sie sich etwas für das neue Jahr vorgenommen?

Oder sogar schon damit begonnen, Ihre guten Vorsätze für 2014 umzusetzen?

Ich selbst habe mir dieses Mal vorgenommen, mir nichts vorzunehmen, sondern die Dinge so zu nehmen, wie sie eben kommen. Ich gehe deshalb unbefangen und frohen Mutes in das neue Jahr. 2014 ist für mich schon deshalb gut gestartet, weil meine Familie gesund ist. Auch über das schneearme Wetter bin ich nicht allzu enttäuscht.

Mit den guten Vorsätzen ist es ja dennoch so eine Sache. Ganz ohne sie kommt man eben doch nicht aus. Wir alle haben schließlich unsere Ziele – im Großen wie im Kleinen, für unsere Familien ebenso wie für unsere Stadt.

So hatte Martin Luther sicher auch nicht gleich im Sinn, die gesamte Welt für immer zu verändern, als er seine Thesen in Wittenberg anschlug. Und doch hatte er Ziele, wollte einen Wandel erreichen – weil er mit wachem Blick auf die Welt sah.

Ich komme auf den Reformator zu sprechen, weil er uns 2014 auch in unserer Stadt beschäftigen wird. Wie Sie wissen, liegt Glauchau am Lutherweg.

Die Herren von Schönburg beförderten nach 1542 die Reformation in ihrem Gebiet – und sind der Beleg dafür, dass Menschen hier schon früher bereit für Veränderungen waren.

1508 kam der Mönch Martin Luther nach Wittenberg und veröffentlichte 1517 seine berühmten 95 Thesen. Die Reformation begann. Innerhalb der Lutherdekade 2008 bis 2017, also dem 500. Jahr der Veröffentlichung seiner berühmten Thesen, greift die Lutherdekade Impulse der Reformation auf, die bis in die heutige Zeit reichen. In jedem Jahr werden inhaltliche Schwerpunkte formuliert und in zahlreichen interessanten Veranstaltungen umgesetzt. Erinnert sei hier an das Jahr 2012 mit dem Thema "Reformation und Musik" und einer tollen Veranstaltung dazu in unserer Georgenkirche oder das Jahr 2013 mit dem Thema "Reformation und Toleranz". Das Jahr 2014 legt den Schwerpunkt auf das Thema „Reformation und Politik.“

Beides – unsere reformatorische Tradition wie auch der politische Fokus des Luther-Gedenkens – passt sehr gut zu einem Neujahrsempfang – bei dem wir auch auf das schauen, was wir in den kommenden zwölf Monaten erreichen wollen; wie wir die Stadt weiterentwickeln wollen; welchen Beitrag die Politik und die Bürger der Stadt dazu leisten können.

Was wir noch heute von Luther lernen können, ist deshalb: Genau hinzusehen und kritisch zu sein, auch gegen Widerstände Neues zu wagen, wenn es nötig ist. Denn wie sagte auch Gandhi treffend: "Sei Du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt."

Rückblick auf positive Entwicklung in Glauchau

In den vergangenen Jahren haben wir uns viele Dinge vorgenommen, die schließlich auch umgesetzt wurden und uns jetzt auf eine alles in allem positive Entwicklung in Glauchau zurückblicken lassen.

Nehmen wir die Bildung: Mit der Sanierung der Grundschule „Am Rosarium“ ist ein weiterer wichtiger Baustein des großen Gebäudes „Bildungsstandort Glauchau“ gesetzt worden.

Insgesamt sind wir hier sehr gut aufgestellt: mit ausgezeichnetem Personal, unseren Kitas, Schulen, neuerdings auch einer Schülerhilfe, dem Gymnasium und der Glauchauer Studienakademie als größter der sieben sächsischen Standorte. Denn mit dieser Studienakademie ist Glauchau auch Hochschulstandort, was leider allzu oft aus dem Blickwinkel gerät.

In städtebaulicher Hinsicht sind viele gute Projekte – zum Teil sogar vorfristig – verwirklicht worden: zu nennen sind hier der neue Parkplatz an der Quergasse, das Areal an der Hoffnung und natürlich der schön gestaltete Kreisverkehr an der Auestraße/Ecke Saxonia. An dieser Stelle erneut die Anregung verschiedener Händler der Leipziger Straße an die Verwaltung, noch einmal über einen verbesserten Zugang vom neuen Parkplatz, durch das zur Disposition stehende Haus Heinedruck nachzudenken. Hier darf das letzte Wort noch nicht gesprochen worden sein.

Einige sagen: Kultur ist nicht alles. – Ich jedoch sage: Ohne Kultur ist alles nichts. Als Diplommusikpädagoge und auch kulturpolitischer Sprecher meiner Landtagsfraktion liegt mir das Thema besonders am Herzen. Umso mehr freue ich mich, dass wir in Glauchau im Vergleich zu anderen ähnlich großen Städten eine Vielfalt an Kunst und Kulturstätten vorweisen können.

Das renommierte Theater hier, die Sachsenlandhalle in der Trägerschaft des Landkreises, im Schloss - die Kunstsammlungen, der Kunstverein Art Gluchowe, die Stadt- und Kreisbibliothek, die Kreismusikschule, die Schlosskompanie, die Kräuterstube – um nur einige zu nennen. Ebenso die vielen Vereine – seien es Sport-, Sozial-, Kultur-, Natur- oder Gartenvereine – sie tragen zur Bereicherung des gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt bei.

Respekt für Ehrenamt - Bürgerschaftliches Engagement ermöglichen

Oft ist dies nur möglich, weil sich Menschen neben ihrer Arbeit oder in ihrer wertvollen Freizeit engagieren, verschiedenste Projekte umsetzen und Neues ausprobieren – nicht selten im Ehrenamt. Das verdient unseren Respekt, und ich möchte den Glauchauern dafür einfach Danke sagen!

Dieses bürgerschaftliche Engagement kann die Politik nur begrenzt initiieren. Sie kann nur Rahmenbedingungen setzen, und sie sollte Vorhaben fördern, wo es möglich ist, gleichzeitig muss sie Freiräume lassen – der Kreativität Einzelner oder von Gruppen keine Zügel anlegen. Nur so können neue Ideen entstehen und Wirklichkeit werden.

Deshalb ist mir wichtig, dass sich Glauchau für das neue Jahr auch vornimmt, mit all jenen, die etwas Neues aufbauen wollen, Wege zu finden, ihre Ideen zu verwirklichen. Ich glaube, dann wird das gesellschaftliche Leben weiter bereichert.

Schon jetzt stehen viele Initiativen unserer Stadt gut zu Gesicht: Beispielsweise der Bürgerverein „Wir im Wehrdigt“. Aktivitäten zur Belebung der Innenstadt, etwa am Schlossareal mit der durch die Stadtwerke organisierten Kunsteislaufbahn und übrigens zur aktuellen Diskussion: Wir sähen die Kunsteislaufbahn auch weiterhin sehr gern genau vor dieser Kulisse!

Nicht zu vergessen die Sommerkunstwerkstatt des Kunstvereins oder verschiedene weitere Veranstaltungen wie Open-Air- und Jazz-Konzerte. Ich denke, hier wäre es interessant, künftig den Gründelpark wieder stärker mit einzubinden.

Aktuell freue ich mich, dass der historische Weihnachtsmarkt wieder so gut angenommen wurde, selbst bis zum Sonntagabend, dem 08.12., war das Areal voller Menschen. Dieser Markt passt einfach perfekt in das historische Ambiente und hat mit dem Schloss eine einzigartige Kulisse. Sicherlich hatten wir in den letzten Jahren wiederholt gefordert, eine Verlängerung dieses Weihnachtsmarktes in Betracht zu ziehen, doch ist durchaus verständlich, dass sich dort niemand wochenlang bei Wind und Wetter aus purem Idealismus hinstellt … es muss natürlich auch für jeden einzelnen Händler unterm Strich etwas übrig bleiben.

Es gab Mitte Dezember die erste Glauchauer Sternen-Weihnacht, eine ideale Ergänzung zum historischen Weihnachtsmarkt, eben weil hier der Marktplatz und die angrenzenden Straßen stärker eingebunden sind. Einmal ist keinmal, lassen wir dieses Format sich weiter entwickeln.

Auch die verschiedenen Angebote für junge Leute machen eine Stadt erst richtig lebenswert. Ich denke da an die politische Mitwirkung im Jugendbeirat ebenso wie private Initiativen etwa Clubkino, Trennwerk, Viva la Noche, Bowlingpub, Kirchenchöre oder die Nachwuchsarbeit der Sportvereine…

Um Neues zu wagen, ist es nötig, über den Tellerrand zu blicken. Als leuchtendem Beispiel ist das dem Glauchauer Kammerchor/Gospelchor unter der Leitung von KMD Guido Schmiedel gelungen, der mit tatkräftiger Unterstützung der Mitglieder unseres Vereins Friends of Lynchburg im Oktober 2013 in unsere amerikanische Partnerstadt gereist ist und dort sehr erfolgreiche Konzerte gegeben hat.

Doch auch von Anderen können wir lernen. Um am Puls der Zeit zu bleiben, gehen viele Städte neue Wege: in sozialen Netzwerken und Plattformen werben sie für sich, treten mit ihren Bürgern in Kontakt. Eine sehr günstige und effektvolle Möglichkeit. Mit der Facebook-Seite Glauchau-City war es wieder einmal eine private Initiative aus der Mitte der Bürgerschaft, die das Potenzial erkannt hat. Mittlerweile haben schon über 5000 Nutzer „gefällt mir“ geklickt und tauschen sich über das Leben in unserer Stadt aus. Zu vergleichbaren Vorschlägen im Stadtrat hat die Verwaltung bisher leider immer „gefällt mir nicht“ gesagt. Doch da scheint jetzt einiges in Bewegung zu sein. Für 2014 wünsche ich mir, dass das Rathaus in dieser Hinsicht etwas offener wird.

Eine Entscheidung, die wir nach wie vor gutheißen, ist die Einrichtung der Weberag, sozusagen der Glauchauer Wirtschaftsentwicklungs-GmbH. 2013 hat sie sich weiter etabliert und kann sich – viel flexibler als es in der Verwaltungsstruktur möglich war – dem wichtigen Thema Wirtschaftsförderung widmen. Ein Erfolg ist zum Beispiel die Ansiedlung der Triathlon GmbH mit versprochenen 70 neuen Arbeitsplätzen bis Ende dieses Jahres.

Auch die Vermarktung des Palla-Geländes hat durch die Arbeit der Weberag größere Chancen. Ich denke, hier tut sich was und es wird nicht mehr nur über den Totalabriss, sondern auch über andere Möglichkeiten, wie etwa einen Teilabriss nachgedacht – natürlich auch Dank des Engagements verschiedener Akteure, insbesondere des Denkmalvereins und seiner Vorsitzenden Monika Hanns, die erst kürzlich von den Lesern der Freien Presse zur Westsächsin des Jahres 2013 gewählt wurde. Dazu noch einmal meinen herzlichen Glückwunsch an Frau Hanns und ihre Akteure im Denkmalverein!

Glauchau hat beim Juni-Hochwasser zusammengehalten

Wenn wir darüber reden, was wir uns vornehmen wollen, ist jedoch auch klar, dass 2014 Dinge passieren können, die wir nicht unbedingt erwarten. Das Hochwasser im vergangenen Juni hat uns das auf dramatische Weise vor Augen geführt. Anhaltende Regenfälle hatten in weiten Teilen Mitteldeutschlands zu massiven Überschwemmungen geführt – auch Glauchau blieb nicht verschont. Umso glücklicher bin ich darüber, wie unsere Stadt der Gefahr entgegen trat: Bürger schleppten Sandsäcke, Feuerwehr und Rettungskräfte waren professionell und unermüdlich im Einsatz. Ihnen allen gilt unser größter Dank und Respekt!

Ich denke, wir können stolz darauf sein, wie unsere städtische Gemeinschaft hier zusammengehalten hat. Und ich bin sehr froh darüber, dass die Glauchauerinnen und Glauchauer zusammenstehen, wenn es darauf ankommt.

Allen vom Hochwasser Betroffenen wünsche ich natürlich, dass sie künftig von solchen Naturereignissen verschont bleiben. Und ich hoffe, dass die Schäden – wenn sie nicht schon beseitigt sind – möglichst bald komplett behoben sein werden. Mit dem Sofortprogramm hat die Landesregierung ihren Beitrag geleistet. Jetzt kommt es jedoch darauf an, den Hochwasserschutz gezielt und konsequent voranzutreiben – im Freistaat wie auch hier auf kommunaler Ebene, in den Ortschaften.

Gerade ein Einsatzschwerpunkt bei der Bekämpfung des Hochwassers – wie der Dammbereich an der Eisenbahnbrücke über die Flutrinne belegt – dass es oft nur mit der Bündelung vieler Akteure gelingen wird, wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Zugleich kann und muss Glauchau auch selbst deutliche Zeichen setzen. Am besten können wir das, wenn wir die circa 8,9 Millionen Euro, die wir für die Maßnahmen in Aussicht gestellt bekommen, zügig, zielgerichtet und effizient einsetzen. Wir Stadträte werden die Verwaltung unterstützen, natürlich durch die erforderlichen Beschlüsse, jedoch auch in der Kommunikation mit den Bürgern, die sicherlich bei etlichen Maßnahmen gefordert sind, eigene Interessen den Interessen Aller unterzuordnen.

Also, der Maßnahmeplan muss zügig umgesetzt werden. Denn mittlerweile ist das Hochwasser sechs Monate her, und es kann nicht davon ausgegangen werden, dass wieder zehn oder mehr Jahre ins Land gehen, bis ein solches Naturereignis Glauchau erneut bedroht.

Glauchau hat mehr Potenzial

Damit wären wir wieder bei den Dingen, die wir uns vielleicht doch intensiv für das neue Jahr vornehmen sollten. Trotz vieler positiver Entwicklungen, die ich schon erwähnt habe, sehe ich für unsere Stadt noch immer ein großes Potenzial.

Wir haben bereits viele Trümpfe in der Hand: Das kulturelle Angebot habe ich bereits genannt, hinzu kommen neben den Schlössern beispielsweise der Rümpfwald, der Stausee und das Gründelparkgelände. Orte, an denen Besucher sich erholen und Neues entdecken können. Nur müssen wir dafür – und für Glauchau insgesamt – einfach noch intensiver werben.

Man hört es immer wieder von Auswärtigen: „Ihr lebt in einer schönen Stadt mit vielen Besonderheiten.“ Gerade mit Blick auf Tages- und Sporttouristen sollte man daran anknüpfen. Bessere Werbung für unsere sogenannten „weichen Standortfaktoren“ bietet so viele Möglichkeiten: Natur, Kultur, Sport, Bildung, Ausbildung, ideale Verkehrsanbindung, die Nähe zu Ballungszentren. Eine Stadt, die auf sich aufmerksam macht und etwas zu bieten hat, ist auch für Unternehmen, Investoren, Fachkräfte und Familien interessanter. Vor diesem Hintergrund finde ich, dass die Bewerbung um die Landesgartenschau 2019 ein Schritt zur weiteren Stadtentwicklung und somit in die richtige Richtung ist.

Ich weiß auch: Werbung kann nur ein Bestandteil eines umfassenden Konzeptes für eine Stadt sein. Wir müssen ganz konkrete Herausforderungen annehmen – am besten gleich im neuen Jahr, ich denke da konkret an die Bekämpfung des Leerstandes in der Innenstadt.

Was den Haushalt der Stadt angeht: Natürlich sind wir als Stadträte auch dafür gewählt, die Verwaltung zu kontrollieren und Entwicklungen zu hinterfragen. Und selbstverständlich ist es auch Aufgabe von uns Stadträten, auf weniger Erfreuliches hinzuweisen. Hier sehen wir uns als konstruktiv-kritische Begleiter.

So sind etwa die Personalkosten von insgesamt über zehn Millionen Euro der mit Abstand größte Posten im Haushalt und vergleichsweise die höchsten im Umland pro Einwohner.

Aktuell sprudelnde Steuereinnahmen von zusätzlich 100 Millionen Euro für die Kommunen in Sachsen im laufenden Jahr, sollten uns bei der Sanierung unserer Haushalte nicht nachlässig werden lassen. Der Solidarpakt II läuft 2019 aus, die EU-Fördermittel für Sachsen werden weniger, also sollten wir bereits jetzt Konzepte entwickeln, wie wir die zukünftig weniger werdenden Mittel möglichst effizient einsetzen wollen. Ein erster Schritt ist mit der aktuellen Verständigung des Stadtrates auf eine von der Rechtsaufsicht, dem Landratsamt, geforderte Prioritätenliste erfolgt.

Weiterhin wird Glauchau in den kommenden Jahren um eine umfassende Aufgabenkritik seiner Verwaltung nicht herum kommen und daraus Konzepte entwickeln müssen, die aufzeigen, wie es gelingen kann, diese vergleichsweise hohen Ausgaben in den Griff zu bekommen.

Intensiver Dialog zwischen Bürger und Stadt nötig

Wichtig ist mir auch, dass die Stadt wieder stärker in einen Dialog mit ihren Bürgern tritt. Verwaltung und Stadträte müssen mehr mit den Menschen sprechen, für die sie da sind.  Zentrale Entscheidungen dürfen nicht über die Köpfe hinweg getroffen – sondern sollten ausführlich dargelegt und begründet werden, um die Bürger auf dem Weg mitzunehmen. Es kann nicht darum gehen, gegeneinander zu arbeiten. In wichtigen Fragen müssen verschiedene Interessen ausgeglichen werden – das geht nur im Miteinander. In diesem Prozess dürfen unangenehme Fragen nicht ausgeklammert sein. Emotionale und kontroverse Diskussionen gehören ebenso dazu. Denn nur kritische Debatten können uns konstruktiv voran bringen. Es muss um die Sache gehen, die beste Lösung und das Wohl der Menschen in unserer Stadt.

Ich würde mich freuen, wenn viele Bürgerinnen und Bürger das ähnlich sehen: stets konstruktiv- kritisch zu sein – womit wir uns in guter lutherischer Tradition befinden – und Neues zu wagen – wie es auch Glauchaus großer Sohn Georgius Agricola getan hat, der übrigens in diesem Jahr am 24. März seinen 520. Geburtstag feiern würde.

„Ihr könnt predigen, über was ihr wollt, aber prediget niemals über vierzig Minuten!“ soll Martin Luther gesagt haben. Dem Reformator zufolge sei es außerdem „eines guten Redners Amt oder Zeichen, daß er aufhöre, wenn man ihm am liebsten zuhört“. An diese Ratschläge möchte ich mich nun halten.

Ich hoffe, auch Sie sind gut ins das neue Jahr gestartet, haben ein paar ruhige Feiertage erleben und Kraft sammeln können. Sollten Sie sich etwas für 2014 vorgenommen haben, wünsche ich Ihnen dabei viel Erfolg und die notwendige Energie, um vielleicht auch den inneren Schweinehund überwinden zu können, der uns manchmal abhalten will. Wenn es sich dabei um Dinge handelt, die wir gemeinsam anpacken können, kommen Sie gern jederzeit auf mich, auf meine Stadtratskollegen und die Verwaltung zu.

Ich wünsche Ihnen, Ihrer Familie und Ihren Freunden Gesundheit, Glück und Zufriedenheit für das gerade begonnene Jahr 2014!

Vielen Dank für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit."

Es gilt das gesprochene Wort.

| Die Stadt Glauchau im Internet