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FDP feiert Jubiläum "150 Jahre liberale Parteien in Sachsen"

(13.06.2013) Holger Zastrow, Philipp Rösler und Wolfgang Gerhardt in Leipzig

Leipzig.Rund 300 Gäste strömen an diesem Abend in den ehrwürdigen Festsaal des Alten Leipziger Rathauses. Dort, wo einst Festlichkeiten sächsischer Landesfürsten abgehalten wurden, erinnert am Mittwochabend die sächsische FDP an ihre 150-jährige Tradition. Denn 1863 schlug die Geburtsstunde des organisierten Liberalismus in Sachsen. Damals wurde in Leipzig der Sächsische Fortschrittsverein gegründet, dessen Traditionslinie bis zur heutigen FDP führt - sogar noch einen Monat vor dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein der Sozialdemokraten. „Die SPD sieht älter aus, aber sie ist es nicht“, sagt FDP-Landeschef Holger Zastrow zu Beginn seiner Rede.

Und dann nimmt Zastrow die Zuhörer mit auf eine Reise durch die Geschichte. Er erinnert an den Fortschrittsgeist der Gründungsväter und Persönlichkeiten, die das Land geprägt haben. Er nennt liberale Ministerpräsidenten, den gebürtigen Sachsen Friedrich Naumann und den einstigen Dresdner Stadtrat und späteren Reichskanzler Gustav Stresemann. Doch es sind nicht nur die Erfolge, an die die versammelten Mitglieder und Freunde der FDP an diesem Abend zurückdenken. Wilhelm Külz wurde als Oberbürgermeister von Dresden 1933 des Amtes enthoben, weil er sich weigerte, die Hakenkreuzflagge auf dem Rathaus zu hissen. Wolfgang Mischnick wurde einst in der Ostzone mit Schreib- und Redeverbot belegt und flüchtete später nach Westdeutschland, wo er lange Jahre FDP-Fraktionschef im Bundestag war. „Und manche Liberale haben für ihre politischen Überzeugungen mit Zuchthaus oder sogar ihrem Leben bezahlt“, sagt Zastrow. Der Blick in die Geschichte zeige, dass Liberale schon früher oft alleine gestanden und gekämpft hätten. „Doch die Idee der Freiheit von damals lebt bis heute fort“, betont Zastrow. „Es tut gut, seine Wurzeln zu kennen und zu wissen, woher man kommt. Das beruhigt in unruhigen Zeiten. Es spendet Souveränität, wenn man im politischen Alltag mal verleitet wird, einen Moment zu wichtig zu nehmen oder seine Haltung dem Zeitgeist zu opfern“, sagt Zastrow mit Blick auf den in Deutschland herrschenden linksgrünen Zeitgeist.

| GALERIE: Fotos von der Festveranstaltung in Leipzig

Gegen diesen Trend zu Bevormundung und immer mehr staatlichen Vorschriften wendet sich dann auch FDP-Chef Philipp Rösler, der extra für die Festveranstaltung in die Messestadt gekommen ist. „Auch heute kämpfen wir Liberale gegen Bestrebungen, dass der Staat in das Leben der Menschen immer weiter eingreift und alles bis ins kleinste Detail regelt“, sagt Rösler. Und dann folgt ein Seitenhieb auf die Grünen, die sich selbst gern als liberale Partei bemänteln: „Das häufigste Wort der Grünen in ihrem Wahlprogramm lautet ‚müssen’ – wir müssen, sie müssen, alle müssen. So eine Politik kann niemals die Grundlage einer freien Gesellschaft sein“, ruft Rösler in den Saal und erntet kräftigen Applaus. „Wir als Liberale stehen seit jeher in der Tradition, in der gilt: selbst denken, eigenverantwortlich handeln und nachfolgende Generationen im Blick haben“, sagt Rösler. Diese Werte fänden sich dann konkret in der Politik wieder, wenn es beispielsweise um stabile Haushalte oder den Kampf gegen rot-grüne Steuererhöhungspläne gehe. Auch Dr. Wolfgang Gerhardt, Vorstandschef der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, spricht an diesem Sommerabend über Werte und Grundsätze. „Die FDP ist eine traditionsreiche und stolze Partei, und die liberalen Prinzipien wie Menschenwürde, persönliche Entfaltung, Marktwirtschaft und Rechtsstaat sind die Erfolgprinzipien Deutschlands“, sagt Gerhardt. Er sei als Chef der Stiftung viel im Ausland unterwegs. „Da kenne ich viele Gesellschaften ohne diese Prinzipien – und denen geht es nie besser“, berichtet Gerhardt.

Es ist warm im Saal, über zwei Stunden dauert die Veranstaltung nun schon. Doch die Zuhörer folgen den Rednern aufmerksam: darunter junge Gesichter, Studenten, Bürgermeister, Abgeordnete und zahlreiche ältere Parteimitglieder. Es scheint, als gäbe es eine Sehnsucht, auch mal grundsätzlich zu werden, über liberale Werte zu sprechen, die die Hektik des Alltags überdauern. Was es heißt, die liberale Flagge zu allen Zeiten hochzuhalten, weiß einer im Publikum am besten. Professor Heinz Lohse aus Leipzig sitzt mit seiner Frau in der ersten Reihe. Immer wieder nickt der 84-Jährige, wenn Namen wie Wolfgang Mischnick, Manfred Gerlach oder Ludwig-Martin Rade fallen. Er kennt sie alle, er ist seit 1948 Mitglied bei den Liberalen. Er war bildungspolitisch in der LDP aktiv, wurde Ende der 80er Jahre sogar mal zum kritischen Rapport beim SED-Zentralkommitee einbestellt und kandidierte Anfang der 90er Jahre für die FDP in Leipzig für den Bundestag. Und weil Lohse in diesem Jahr sein 65-jähriges Parteijubiläum feiert, gratulieren ihm dann vorn auf der Bühne auch Rösler, Gerhardt und Zastrow persönlich. „Ein besseres Beispiel für Treue, Standhaftigkeit und Engagement kann es gar nicht geben“, sagt Landeschef Zastrow stolz.

| VIDEO: "FDP-Altvorderer plaudert aus dem Nähkästchen" (MDR Sachsenspiegel)