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70 Jahre Parteimitglied – Gratulation an Helene Hennig in Zwickau

(15.12.2015) Bewegte Geschichte: Liberal-Demokraten meistern Umbrüche nach 1945

Zwickau. Erstmals in der Geschichte der sächsischen FDP gibt es in diesem Jahr Mitglieder, die ihr seit 70 Jahren angehören – und die die liberale Partei nach dem Zweiten Weltkrieg von Beginn an mit aufgebaut haben. Eine von ihnen ist Helene Hennig. Am Dienstag würdigte der Kreisverband Zwickau die Mitgliedschaft und das Engagement der 96-Jährigen. Vorsitzender Nico Tippelt, der langjährige Stadtrat Werner Bräunlich und Stadtverbandschef Dr. Christian Klostermann besuchten die Jubilarin im Seniorenheim und bereiteten ihr mit Urkunde und Medaille eine große Freude.

„Ich habe Helene Hennig als lebensfrohe, rüstige und scharfsinnige Frau kennengelernt“, berichtet Nico Tippelt. „Für ihr Engagement und ihre Treue zur FDP bin nicht nur ich, sondern sind auch der gesamte Kreisverband und die Landespartei sehr dankbar. Sie hat einen großen Schatz an Erfahrungen sammeln können und mit den Liberalen über sieben Jahrzehnte auch große Umbrüche gemeistert.“

Es ist eine schwierige Zeit, als Helene Hennig als junge Frau 1945 in die Liberal-Demokratische Partei (LDP) eintritt – die Vorgängerorganisation der FDP. Nach dem Ende der Nazi-Diktatur und dem Zweiten Weltkrieg stehen die Deutschen vor der Aufgabe, das Land wiederaufzubauen und den politischen Neuanfang zu schaffen. Für freiheitlich denkende Menschen ist es zunächst auch eine Zeit, in der liberale Ideen wieder geäußert werden dürfen und deren Umsetzung zumindest anfangs möglich scheinen. Dass auch in der Region Zwickau das Interesse daran groß ist, belegt beispielsweise eine Veranstaltung mit Dr. Wilhelm Külz im Ballhaus „Neue Welt“. 1200 Besucher wollen den damaligen LDP-Vorsitzenden im Jahr 1946 sehen, nicht alle finden einen Platz im Saal, hunderte warten vor den Türen.

In dieser Phase nach dem Krieg gründet sich auch ein LDP-Verband in Zwickau, sogenannte Betriebsgruppen folgen. In einer solchen engagiert sich auch die 1919 geborene Helene Hennig. 1948 werden diese Gruppen verboten. In der Region werden mehrere LDP-Mitglieder – darunter Zwickaus erster Schulrat – als Agenten des amerikanischen Imperialismus diffamiert. Mit der Gründung der DDR tritt bald endgültig der sozialistisch-diktatorische Charakter des neuen Regimes zutage, das ein freies Parteiensystem nicht zulässt. Nach 1952 gibt die in Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD) umbenannte LDP auf Druck der kommunistischen SED und bestimmter Kräfte in ihren eigenen Reihen die Eigenständigkeit als politische Partei auf, erkennt formal die Führungsrolle der SED an.

1989 kritisiert die LDPD die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in der DDR als erste Partei; dem folgt der Austritt aus den Bündnissen „Demokratischer Block“ und „Nationale Front“. Auch in und um Zwickau schalten sich die Liberal-Demokraten in die Diskussion ein, beispielsweise auf Demos oder indem sie Flugblätter verbreiten. Werner Bräunlich sitzt 1989/90 mit am Runden Tisch und gehört als Vertreter der LDPD dem Ausschuss zur Überprüfung von Amtsmissbrauch und Korruption in Zwickau an. Mehr als 100 Anträge aus der Bevölkerung bearbeitet das Gremium damals und trägt so zu einer frühen Aufarbeitung des SED-Regimes in der Region bei.

Auf dem Erneuerungsparteitag der LDPD im Februar 1990 nennt sie sich in „LDP – Die Liberalen in Dresden“ um. Im selben Jahr vereinigen sich die Parteien LDP, NDPD und die sächsische DFP zum Bund Freier Demokraten (BFD) und im August auf Bundesebene mit der DFP und der F.D.P.-West zur ersten gesamtdeutschen Partei.